Stille Helden in Malchow

Seit 2010 trifft sich eine Gruppe engagierter Bürger_innen – initiiert und begleitet durch die Netzwerkstelle
LICHT-BLICKE – um die Geschichte der Familie Naujocks in Malchow einer breiten Öffentlichkeit
zugänglich zu machen. Am 5. Oktober 2011 wurde die Geschichte dieser Stillen Helden erstmalig in einer
Ausstellung in der Malchower Dorfkirche präsentiert. Sieben Monate später fand die Gedenktafeleinweihung
für Max und Herta Naujocks in Anwesenheit von Ellen Perry (geb. Weiß) in Malchow statt. Eng verbunden mit
den Recherchen zur Familie Naujocks ist der Name des ehemaligen Malchower Dorfpolizisten Wilhelm Behr.
Um auch seine Geschichte noch intensiver zu recherchieren und weitere historische Erkenntnisse zu gewinnen,
wurde aus der „Naujocks-Gruppe“, zu deren Kern Sigrun Marks und Henric Michalski, Matthias Ebert
(Lebensmut e.V.), Max Krieger, Erik Gührs (SPD Lichtenberg) und Melanie Röser für die Netzwerkstelle
LICHT-BLICKE zählten, die „Behr-Gruppe“.
Zur „Behr-Gruppe“, des Jahres 2013 zählen sich: Sigrun Marks und Henric Michalski, Matthias Ebert,
Klaus Eisenreich, Alfred Loesdau, Dagmar Poetzsch und Wiebke Eltze für die Netzwerkstelle LICHT-BLICKE.
Im Jahr 2013 wurde Max Naujocks von der Gedenkstätte Yad Vashem als Gerechter unter den Völkern anerkannt.

 


2015


 

Am 10.1.2015 wurde in Malchow die Gedenktafel für Wilhelm Behr eingeweiht.

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2014


 

Am 10.9.2014 wurde die Ausstellung „Wilhelm Behr – Ein Stiller Held“ in der Polizeischule
in Spandau eröffnet und im Rahmen der Unterrichts der historisch-politischen Bildung den
Polizeischüler_innen und Lehrer_innen vorgestellt.

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Orte an denen die Ausstellung 2014 bereits zu sehen war:

15. September 2014 Eröffnung der Ausstellung „Wilhem Behr – Ein Stiller Held“
im in der Polizeihistorischen Sammlung, Am Platz der Luftbrücke

14. Januar 2014 Eröffnung der Ausstellung „Wilhem Behr – Ein Stiller Held“
im Infocafé des Stadtmuseums Lichtenberg

 


 

Presselinks

http://www.gdp.de/id/DE_Polizeiausstellung

http://www.gegenblende.de/++co++9379967a-8752-11e3-aee8-52540066f352

http://www.berliner-woche.de/nachrichten/bezirk-lichtenberg/lichtenberg/artikel/33503-museum-lichtenberg-zeigt-ausstellung-ueber-wilhelm-behr/

 


2013


 

Presseerklärung vom 27.11.2013
Unbekannte Täter haben ein Hakenkreuz im Brustbereich des Bildes von Max Naujocks eingeritzt und die
Stele damit dauerhaft beschädigt. Es wurde Anzeige erstattet und eine Erneuerung der Stele wird mit Bürgern
und lokalen Initiativen vor Ort initiiert. Herta und Max Naujocks haben von 1943 bis 1944 die jüdische Familie
Weiß illegal in ihrer Gartenlaube in der Wiesenhöhe 8 in Malchow versteckt. Das Ehepaar lebte schon mit
ihren fünf Kindern dort, dennoch teilten sie den wenigen Platz mit Moritz Weiß, seiner Frau Regina und
deren Tochter Ellen. Die Familie Naujocks musste immer mit Repressalien des NS-Regimes rechnen,
da Herta aus einer jüdischen Familie stammte. Eng verbunden mit dem Leben des Ehepaars Naujocks
ist der Stille Held, der Polizist Wilhelm Behr, der auch die Familie Naujocks vor einer bevorstehenden
Hausdurchsuchung gewarnt und dadurch das Leben gerettet hatte. Für Mut und Mitmenschlichkeit wurde
Max Naujocks als Gerechter unter den Völkern in Yad Vashem anerkannt. Seine Ehrung wird in wenigen
Wochen in der israelischen Botschaft stattfinden.
Das Leben der Familie Naujocks haben eine Gruppe von Lichtenberger Bürgerinnen und Bürger,
LICHT-BLICKE Netzwerk für Demokratie, Lebensmut e.V., Wir für Malchow e.V. und der SPD Lichtenberg
aufgearbeitet als auch die Aufstellung der Gedenkstele initiiert. Bei der feierlichen Einweihung im
Oktober 2011 waren u.a. die Bundestagsabgeordnete Gesine Lötzsch (DIE LINKE) sowie als Ehrengast
Ellen Perry, geb. Weiß, Überlebende dank Herta und Max Naujocks, anwesend. Ebenso wie Frau Kleina
und Frau Schulzki, zwei Töchter von Herta und Max Naujocks.

4. November 2013 Eröffnung der Ausstellung „Wilhem Behr – Ein Stiller Held“
in der Dorfkirche Malchow

Wilhelm Behr war von 1919 bis 1949 als Polizist tätig, von 1929 an vor allem in Malchow. Dieser Stille Held
war vielen Menschen als couragierter Ordnungshüter bekannt. Während der Zeit des NS-Regimes ermöglichte
er mehreren Familien die Flucht vor Deportation und Tod, nachdem er sie vor bevorstehenden Durchsuchungen
und Verhaftungen gewarnt hatte. Auch über andere barbarische Diktate setzte er sich im Sinne eines menschlichen
Miteinanders hinweg. Mit dem beginnenden Ost-West-Konflikt und der Spaltung Berlins geriet jedoch auch der
Polizist Behr in das Räderwerk der Stalinisierung. Sein Leben und insbesondere seine Heldentaten während
der Zeit der Nazi-Herrschaft in Deutschland sind Thema dieser Ausstellung, die von der „Behr-Gruppe“,
LICHT-BLICKE Netzwerk für Demokratie, Lebensmut e.V., Wir für Malchow e.V. sowie den Evangelischen
Kirchengemeinden Wartenberg und Malchow umgesetzt wurde.
Download der Einladung zur Ausstellung Wilhelm Behr im Museum Lichtenberg 2013
Download der Ausstellung Wilhelm Behr 2013

 


2011


 

5. Oktober 2011 – Einladung zur Gedenktafeleinweihung für Herta und Max Naujocks
Herta und Max Naujocks versteckten in den Jahren 1943-1944 die jüdische Familie Weiß in ihrer
Laube in der Kleingartenkolonie Wiesenhöhe in Malchow. Mutter und Tochter konnten durch die
mutige Hilfe der Naujocks und weiterer Helfer überleben. Die Gedenktafel wird eingeweiht in
Anwesenheit der Töchter des Helferehepaars.
Zeit: 17 Uhr Ort: Wartenberger Weg, Einfahrt Kleingartenanlage Wiesenhöhe.
Ab 17.45 Uhr, Ort: Evangelische Kirche Malchow, Dorfstraße 38, 13051 Berlin
Es spricht die Überlebende und Zeitzeugin Ellen Perry, geb. Weiß
Es laden ein: Wir für Malchow e.V., Evangelische Kirchengemeinde Malchow, Bürgerinnen und
Bürger, Lebensmut e.V., SPD Neu-Hohenschönhausen, LICHT-BLICKE, Netzwerk für Demokratie,
in Kooperation mit der Gedenkstätte Stille Helden

14. September 2011 – Die Überlebende und Zeitzeugin Ellen Perry liest aus
„Ein ungewöhnlicher Auftrag – Zwei Lebenswege in verhängnisvoller Zeit“
von Peter J.C. Perry

In seinen Erinnerungen erzählt der 1935 nach England emigrierte Peter Perry höchst eindringlich die
zunehmend bedrückende Atmosphäre in den Jahren nach der Machtergreifung der Nazis und die
beginnende Ausgrenzung der Juden, der er sich gerade noch rechtzeitig durch die Auswanderung
nach London entzog. Nach Kriegsausbruch trat er in die britische Armee ein und kehrte nach 1945
als Besatzungsoffizier in das kriegszerstörte Berlin zurück, die Stadt, in der er seine Jugend verbracht
hatte. Dort übernahm er zentrale Aufgaben der britischen Militärverwaltung und lernte schließlich die
junge Jüdin Ellen Weiß kennen, die die Jahre der nationalsozialistischen Verfolgung gemeinsam mit
ihrer Mutter in der Illegalität verbracht hatte, während fast ihre gesamte Familie in den Konzentrationslagern
ermordet wurde. Den dramatischen Umständen, unter denen es Ellen und ihrer Mutter mit der Hilfe
zahlreicher couragierter Mitmenschen gelang, zu überleben, widmet Peter Perry den zweiten Teil des Buches.
Auf diese Weise ist ein besonderes Zeitdokument entstanden, das die große Katastrophe des
20. Jahrhunderts aus zwei unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet. (Quelle: wjs-Verlag)
Zeit: 17.00 Uhr Ort: Rathaus Lichtenberg, Möllendorffstraße 6, 10367 Berlin
Es begrüßt Frau Christina Emmrich, Bezirksbürgermeisterin von Lichtenberg
Eine Veranstaltung von LICHT-BLICKE, Netzwerk für Demokratie und dem Bezirksamt Lichtenberg von Berlin
Download der Einladung

5. März 2011 – „Wir würden es jederzeit wieder tun“ – Stille Helden aus Malchow
Die Eröffnung findet in Anwesenheit der Töchter des Helferehepaars statt. Die als „Stille Helden“
bezeichneten Helferinnen und Helfer zeigen, dass es auch im nationalsozialistischen Deutschland
Möglichkeiten gab, Verfolgte zu retten oder ihnen beizustehen. Auch in Malchow gab es Menschen,
die den Mut hatten dies zu tun. Die Ausstellung berichtet von der Geschichte der Familie Naujocks,
die in den Jahren 1943-1944 die jüdische Familie Weiß in ihrer Laube in der Kleingartenkolonie
Wiesenhöhe aufnahm. Mutter und Tochter konnten durch die Hilfe der Naujocks und weiterer
Helfer überleben. Die Ausstellung versteht sich als Auftakt und als Einladung, mehr über diese
Geschichte zu erfahren. Gemeinsam wollen wir uns über mögliche Formen des Gedenkens
austauschen und Ideen dazu entwickeln.
Öffnungszeiten und Führungen:
Donnerstag, den 10., 17. und 24. März 2011 jeweils von 15-16 Uhr.
Ab 16 Uhr sind Sie herzlich eingeladen eigene Erinnerungen und Erfahrungen
im Rahmen eines Erzählcafés einzubringen. Für Kaffee und Kuchen ist gesorgt.
Weitere Termine zur Besichtigung:
Sonntag, den 6., 13. und 20. März 2011 von 10-11.30 Uhr
Ein Projekt von: Bürgern aus Lichtenberg, initiiert und begleitet von LICHT-BLICKE,
Netzwerk für Demokratie, input B e.V. und Lebensmut e.V.
In Kooperation mit der SPD Neu-Hohenschönhausen, der Evangelischen Kirchengemeinde und Wir für Malchow e.V.
Download der Ausstellung Stille Helden aus Malchow 2011