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Lichtenberger Register

Register sind Dokumentationen von rassistisch, antisemitisch, lbgtiq-feindlich*, antiziganistisch, extrem rechts, rechtspopulistisch und anderen diskriminierend motivierten Vorfällen, die sich in den Berliner Stadtbezirken ereignen.

Seit 2006 existiert das Register im Bezirk Lichtenberg. Es wurde als zweites Register nach dem Pankower etabliert und ist bei der Fach- und Netzwerkstelle Licht-Blicke (pad gGmbH) angesiedelt.

Das Register wird aus Mitteln des „Landesprogramms gegen Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus“ finanziert. Die Zahlen werden am Ende des Jahres analysiert und in einer Auswertung zusammengefasst. Die Ergebnisse werden in verschiedenen bezirklichen Gremien vorgestellt und der lokalen Politik und Zivilgesellschaft zur Verfügung gestellt. Die monatliche Chronik für Lichtenberg findet sich hier.

Der aktuelle Halbjahresbericht ist hier nachzulesen. Der Register-Auswertung für die Monate Januar bis Juni 2018 liegen insgesamt 96 Vorfälle im ganzen Bezirk zu Grunde:

Auch im ersten Halbjahr 2018 ist Rassismus mit 39 Vorfällen weiterhin das Hauptmotiv bei Propaganda, Angriffen und Bedrohungen, trotz eines starken Rückgangs im Vergleich zum Vorjahr. Das Tatmotiv NS-Verherrlichung folgt an zweiter Stelle mit 24 Vorfällen. Hier ist hingegen ein prozentualer Zuwachs zu verzeichnen. Die lokale Neonaziszene konzentriert sich inzwischen thematisch wieder auf NS-Verherrlichung. Sprühereien, Aufkleber und Plakate mit positivem NS-Bezug waren fast so häufig vertreten wie rassistische Propaganda.
Propaganda macht nach wie vor zwei Drittel der Vorfälle aus (66).Wirft man einen Blick auf die Art der Vorfälle sind bisher acht Angriffe und sieben Bedrohungen/Beleidigungen/Pöbeleien gezählt worden. Zehn der zusammengefasst 15 Vorfälle waren rassistisch motiviert. Gerade in diesem Bereich kann von einer hohen Dunkelziffer ausgegangen werden. Auch in Lichtenberg ist rassistische Gewalt für Betroffene eine reale Gefahr. Die rassistischen Diskurse um Asyl, Migration und Geflüchtete finden in Bedrohungen, Angriffen und Pöbeleien im öffentlichen Raum ihren Ausdruck.
Lichtenberg Mitte war mit 41 Vorfällen weiter der zentrale Aktionsort im Bezirk. Neben vier Angriffen und zwei Bedrohungen wurde vor allem Propaganda verteilt. Auch fünf diskriminierende Anträge oder Wortmeldungen in der BVV finden sich in der Chronik.

Hier gehts zur Facebook-Seite des Lichtenberger Registers: facebook.com/lichtenbergerregister